18.04.2024

Baugenehmigungen sinken ins Bodenlose

Politik darf keine weitere Zeit verlieren

Der Sinkflug geht weiter: Auch im Februar 2024 sind die Baugenehmigungszahlen in Hessen deutlich zurückgegangen. Im Vergleich zum Vorjahresmonat liegt das Minus bei 19,7 Prozent. Damit wird sogar der Wert auf Bundesebene getoppt: Über alle Länder verteilt ist ein Rückgang von 18,3 Prozent zu verzeichnen.

Dr. Axel Tausendpfund, Vorstand VdW südwest, sagt: „Die Situation auf dem hessischen Wohnungsmarkt ist mehr als dramatisch. Schon jetzt fehlen rund 80.000 Sozialwohnungen. Und wir müssen uns vor Augen halten: In den nächsten Jahren wird der Mangel an Wohnungen noch deutlich größer werden. Denn die nicht erteilten Genehmigungen schlagen sich noch gar nicht im aktuellen Wohnungsangebot nieder.“ Erst in ein oder zwei Jahren werde zu spüren sein, was aufgrund fehlender Genehmigungen nicht gebaut worden sei. Da die Genehmigungszahlen schon seit über zwei Jahren nahezu ohne Unterbrechung rückläufig seien, müsse mit einer noch größeren Wohnungsnot gerechnet werden.

„Wer schon jetzt Probleme hat, eine bezahlbare Wohnung zu finden, wird es vermutlich in der nahen Zukunft noch schwerer haben. Deswegen dürfen wir keine weitere Zeit verlieren. Die Politik muss handeln – und zwar jetzt“, fordert Tausendpfund. Er setze darauf, dass die neue Landesregierung ihre im Koalitionsvertrag formulierten Vorhaben umsetze und unter anderem die Mittel für die Wohnraumförderung für Menschen mit geringen Einkommen finanziell aufstocke. Um relativ kurzfristig einen Zuwachs von neuen bezahlbaren Wohnungen zu ermöglichen, sei zudem ein Zinsverbilligungsprogramm nötig. „Nur so ist es möglich, auch zügig mehr bezahlbare Wohnungen für Menschen mit mittleren Einkommen entstehen zu lassen“, so Tausendpfund.

Zusätzlich müsse das Bauen deutlich einfacher werden. Es sei unerlässlich, die Planungs- und Genehmigungsverfahren zu beschleunigen und die überbordende Bürokratie zu entschlacken. „Eine Reduzierung zeitfressender und kostentreibender Vorschriften und Normen kann sich jedoch erst mittelfristig auswirken. Den Bau-Turbo brauchen wir jedoch jetzt! Umso wichtiger ist es, die genannten Maßnahmen schnellstmöglich in die Wege zu leiten“, resümiert Tausendpfund.

Pressekontakt

Jan Voosen
Abteilungsleiter Kommunikation, Pressesprecher

Tel. 069 - 97065-301

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