30.06.2020

Presseerklärung

Kodex-Übergabe an Doris Ahnen, Finanz- und Bauministerin in Rheinland-Pfalz

Kodex der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft
„Wir sorgen auch künftig für bezahlbare Mieten“

VdW südwest beschließt Kodex für faires Mi(e)teinander beim Wohnen
Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen: „Ich begrüße das Engagement und den Kodex des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft sehr. Es ist gut, dass wir mit den Mitgliedsunternehmen des VdW südwest und den Unterzeichnern des Kodexes an einem Strang ziehen, um mehr bezahlbaren Wohnraum zu schaffen.“

Mit einem starken Signal für preiswertes, soziales und klimafreundliches Wohnen melden sich die Mitglieder des Verbandes der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest) zu Wort. „Wir haben einen Kodex beschlossen, der einer Million Menschen die Sicherheit bietet, bis ins hohe Alter sorglos bei unseren Mitgliedern zur Miete wohnen zu können,“ betonte Verbandsvorstand Dr. Axel Tausendpfund.

Im Verband der südwestdeutschen Wohnungswirtschaft sind rund 200 genossenschaftliche, kommunale, öffentliche, kirchliche und private Wohnungsunternehmen in Hessen und Rheinland-Pfalz organisiert. Mit 400.000 Wohnungen geben sie rund einer Million Menschen ein bezahlbares und lebenswertes Zuhause. „Mit unserem Kodex zeigen wir, wofür wir stehen: Moderne, sichere Wohnungen zu günstigen Mieten gerade auch für Menschen mit niedrigen und mittleren Einkommen“, erklärte Tausendpfund. Wohnen sei eine der zentralen sozialen Fragen unserer Zeit. Das habe sich gerade in der Corona-Krise gezeigt. „Viele Menschen sind in Kurzarbeit und sorgen sich um ihre Zukunft. Da ist es gut zu wissen, dass die Wohnung sicher ist.“

„Bezahlbares Wohnen ist eine der drängendsten sozialen Fragen unserer Zeit. Wir müssen mehr bauen, wir brauchen die Festlegung auf eine Sozialquote, wir müssen verstärkt Schwerpunkte auf Barrierefreiheit und Nachhaltigkeit legen. Daran arbeiten wir als Landesregierung sehr intensiv und haben diese Themen spätestens mit der Gründung des Bündnisses für bezahlbares Wohnen und Bauen 2015 in den Mittelpunkt unserer Arbeit gestellt. Wir sind auch durch das Bündnis in unseren politischen Entscheidungen und kontinuierlichen Anpassungen der Förderprogramme und Initiativen immer am Puls der Zeit. Erst kürzlich haben wir im Bereich der sozialen Mietwohnraumförderung, auch in Zusammenarbeit mit der Wohnungswirtschaft, eine Modernisierungsinitiative ins Leben gerufen und das Förderprogramm deutlich verbessert. Das Programm bietet jetzt ein optimales Angebot, um bezahlbaren und dabei zeitgemäßen und bedarfsgerechten Wohnraum zu schaffen“, sagte Finanz- und Bauministerin Doris Ahnen.

Soziales Engagement und Verzicht auf Luxussanierungen

In dem Kodex garantieren die Unternehmen nicht nur bezahlbares Wohnen. Sie zeichnen sich auch durch den Bau geförderter und seniorengerechter Neubauwohnungen und soziales Engagement im Quartier aus. Sie modernisieren sozialverträglich, schließen Luxussanierungen sowie Kündigungen wegen Eigenbedarfs und Spekulation mit Leerstand aus. „Solchen Werten sind unsere Mitgliedsunternehmen schon immer verpflichtet, allerdings ist dies in der Öffentlichkeit noch zu wenig bekannt. Außerdem wollen wir mit unserem Kodex für faires Wohnen Standards setzen, auf die sich unsere Mieter verlassen können“, betonte Tausendpfund.

Mit ihrem Selbstverständnis als faire und verantwortungsvolle Vermieter haben sich die unterzeichnenden Wohnungsunternehmen auch darauf verständigt, freiwillig über gesetzliche Vorgaben zum Schutz der Mieter hinaus zu gehen“, fasste Tausendpfund zusammen. So liege die Durchschnittsmiete in Rheinland-Pfalz mit 5,84 Euro und in Hessen mit 6,39 Euro pro Quadratmeter deutlich unter den Werten vieler Mietspiegel.

„Unsere Unternehmen bieten damit auch jenen Menschen ein sicheres Zuhause, die es auf dem freien Markt schwer haben, eine Wohnung zu finden“, so Tausendpfund. Mieten würden nur moderat und sozialverträglich angepasst. „Um einen weiteren Beitrag für stabile Mieten zu leisten, haben sich die Wohnungsunternehmen des Kodex freiwillig darauf verständigt, die Mieten in laufenden Mietverhältnissen (ohne Modernisierung) um durchschnittlich nicht mehr als zwei Prozent jährlich anzuheben. Mieterhöhungen nach einer Modernisierung betragen höchstens zwei Euro pro Quadrat-meter innerhalb von sechs Jahren. Damit bleiben die Wohnungsunternehmen freiwillig einen Euro unter der gesetzlich möglichen Mieterhöhung bei Modernisierungen. „Das macht in der Branche sonst keiner“, stellte Tausendpfund klar. „Diese Entscheidung haben wir schon vor der Corona-Krise getroffen. Mit unseren weitreichenden Maßnahmen in den Krisenmonaten, wie z. B. ausgesetzte Mieterhöhungen, Mietstundungen und Vereinbarungen zur Zahlung der Miete in Raten haben wir gezeigt, dass wir soziales Handeln ernst nehmen.“

Klimaschutz nicht zulasten von Mieterschutz

Die im VdW südwest vertretenen Wohnungsunternehmen bekennen sich außerdem zu den Klimaschutzzielen der Bundesregierung und streben bis 2050 einen weitgehend klimaneutralen Gebäudebestand an. Seit Jahren investiere die Wohnungswirt-schaft hohe Summen, um den Wohnungsbestand energetisch zu sanieren und so den CO2-Ausstoß nachhaltig zu verringern. Dieser Weg werde konsequent weitergegangen. „Allein im Gebäudesektor sind in Hessen und Rheinland-Pfalz bis 2050 zusätzliche Investitionen in Höhe von 54 Milliarden Euro nötig. Dies sei ein gewaltiges Konjunkturprogramm, von dem die ganze Gesellschaft profitiere, so Tausendpfund abschließend. Damit Wohnen bezahlbar bleibt, dürfe die Politik Mieter und Vermieter mit dieser Aufgabe aber nicht allein lassen. Die finanzielle Unterstützung der öffentlichen Hand müsse daher verbessert werden.

Am Dienstag, 30. Juni, übergab Verbandsdirektor Tausendpfund den Kodex an Doris Ahnen, Finanz- und Bauministerin in Rheinland-Pfalz.

Unterzeichner des Kodex
GAG Ludwigshafen | Wohnbau Mainz GmbH | Gemeinnützige Baugesellschaft Kaiserslautern AG | GEWO Wohnen GmbH | WBG Wohnungsbaugesellschaft Neustadt a.d. Weinstraße mbH | Ge-meinnützige Baugenossenschaft Speyer eG | Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte Wohnstadt | GWH Wohnungsgesellschaft mbH Hessen | Bauverein AG Darmstadt | Gemeinnützi-ges Siedlungswerk GmbH | Wohnbau Gießen GmbH | Gewobau Rüsselsheim | Vereinigte Wohnstätten 1889 eG | Volks- Bau- und Sparverein Frankfurt eG | Wetzlarer Wohnungsgesell-schaft mbH | Gemeinnützige Wohnungsbau GmbH Marburg-Lahn | kwb Kommunale Wohnungs-bau GmbH Rheingau-Taunus | Baugenossenschaft Viernheim eG | Hofheimer Wohnungsbau GmbH | Hattersheimer Wohnungsbau GmbH | Wohnungsbaugenossenschaft Arolsen eG | Ge-meinnützige Baugenossenschaft Rüsselsheim eG | Genossenschaft für Bau- & Siedlungswesen Herborn eG | Frankfurter Wohnungs-Genossenschaft eG | Hans Reichardt-Stiftung | Gemeinnüt-zige Baugenossenschaft 1951 Langendiebach eG

Pressekontakt

Fee Kaiser
Referentin Verbandskommunikation, Pressesprecherin

Tel. 069 - 97065-301

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