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Mitgliederversammlung

Verbandsstrategie voll auf Kurs

Auf der Mitgliederversammlung gaben die Vorstände Dr. Axel Tausendpfund und Claudia Brünnler-Grötsch einen Überblick über die Schwerpunkte des zurückliegenden Verbandsjahres und die Erfolge des Strategieprozesses.

Bild vergrößern Bildurheber: © Kristina Schäfer
Der Verbandsrat des VdW südwest mit den beiden neu gewählten Mitgliedern Birgit Welter (4.v.l.) und Yavuz Tezcan (2.v.r.) und den Verbandsvorständen.

Ebenso wie der Verbandsratsvorsitzende Uwe Menges lobten sie das engagierte Miteinander von Mitgliedsunternehmen und Verband mit demselben Ziel: noch mehr Menschen ein gutes Zuhause anbieten zu können, das sie sich leisten können.

Dr. Axel Tausendpfund rückte zunächst die Kernpunkte der politischen Interessenvertretung in den Fokus: Hierzu zählten neben der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz, den Kommunalwahlen in Hessen und den intensiven Diskussionen um neue Landesbauordnungen und Förderprogramme auch zahlreiche Gesetzgebungsverfahren, ein mit dem GdW eng abgestimmtes Vorgehen gegen die Enteignungspläne von Wohnungsunternehmen sowie die Kampagne „Deine Miete. Für Dein Zuhause.“, die der Verband gemeinsam mit den Mitgliedern zur größeren Akzeptanz von fairen Mieterhöhungen entwickelt hat.

Zentrales Thema seiner Ausführungen war dann der Strategieprozess des VdW südwest. Tausendpfund hob auf die Entwicklung der politischen Interessenvertretung, den Ausbau des Dienstleistungsportfolios und den wirtschaftlichen Erfolg ab.

Als Erfolge der politischen Interessenvertretung nannte er beispielhaft die Ausgestaltung der Förderprogramme in Hessen und Rheinland-Pfalz sowie die Verbesserung des Mietspiegels in Frankfurt, die den Unternehmen ein Mieterhöhungspotenzial von rund 40 Millionen Euro im Jahr ermöglichte. Möglich machten dies vor allem die gut etablierten Kontakte zu Spitzenpolitikern und Meinungsbildnern, die auf Landesebene jeweils bis hin zu den Ministerpräsidenten, den fachlich zuständigen Ministern sowie deren Staatssekretären reichen. Auch auf kommunaler Ebene sei das Netzwerk weit ausgebaut. Der VdW südwest habe sich zu einem Top-Ansprechpartner für Politik und Medien entwickelt, so Tausendpfund. Dies spiegele sich auch in der enormen Medienresonanz wider, die der Verband mit seinen Pressekonferenzen und Pressemeldungen erziele.

480.000Wohnungsbestand der Mitgliedsunternehmen

Über alle Referate des Verbands hinweg sei es zudem gelungen, die Serviceangebote für die Mitgliedsunternehmen deutlich auszubauen. In drei Jahren habe man die Kommunikations- und Qualifizierungsplattformen verdoppelt. Neue Formate wie der Baukongress, der KI-Tag und die regionalen Netzwerktreffen seien mittlerweile feste Bestandteile des Veranstaltungskalenders.

Der Wohnungsbestand aller Mitgliedsunternehmen im Verband ist 2026 auf rund 480.000 Wohneinheiten gestiegen. Parallel dazu hat auch die Zahl der Fördermitglieder um 31 Prozent zugelegt.

Kumuliert konnte der Umsatz im Zuge des Strategieprozesses um 134,9 Prozent gesteigert werden.

Tausendpfund betonte, dass im Mittelpunkt aller Aktivitäten stehe, den Wirkungsgrad der Interessenvertretung zu erhöhen und die Exzellenz der Arbeit weiter zu schärfen. Denn das Ziel des Strategieprozesses sei unverändert: ein noch stärkerer Partner für die Mitgliedsunternehmen zu werden.

Dies bestätigte auch Claudia Brünnler-Grötsch. Für den Bereich „Prüfung und Steuern“ nannte sie dafür im Wesentlichen drei Hebel.

An erster Stelle die Digitalisierung der Kernprozesse: Sie sei das Fundament des Strategieprozesses und finde unter anderem bereits Anwendung bei digitalen Prüfungsakten, Datenimporten und Prüfungsanalysen sowie in der Mandantenkommunikation, bei automatisierten Routinen und der Nutzung zentraler Plattformen für Fristen, Aufgaben und Dokumente.

Einen zweiten Hebel bilden Automatisierung und Künstliche Intelligenz (KI). Auch hier treibe der Verband konkrete Lösungen voran, von denen die Mitgliedsunternehmen künftig profitieren. Für den Einsatz von KI in der Jahresabschlussprüfung hätten der GdW und die Regionalverbände bereits ein gemeinsames Projekt initiiert. Erste Pilotanwendungen seien für April kommenden Jahres vorgesehen. Parallel werde derzeit geprüft, wie KI auch in der Steuerberatung sinnvoll eingesetzt werden kann. Das Ziel: eine höhere Effektivität und somit auch eine bessere Möglichkeit zur strategischen Entwicklung der Mitarbeitenden aufgrund freiwerdender Kapazitäten.

Daran knüpfe auch der dritte Hebel an: Die gewonnenen Kapazitäten würden genutzt, um skalierbare Produkte zu entwickeln, die über die klassische Mandatsbetreuung hinausgehen.

134,9 %Umsatzsteigerung durch den Strategieprozess (kumuliert)

Als nächste Schritte kündigte Brünnler-Grötsch an, den KI-Roll-out weiter voranzutreiben und Pilotanwendungen in den Regelbetrieb zu übernehmen. Parallel gehe es darum, die Produktentwicklung fortzusetzen und freie Kapazitäten gezielt zu diesem Zweck einzusetzen.

Darüber hinaus verwies sie auf die digitale Verfahrensdokumentation des VdW südwest, mit der der Verband seinen Mitgliedern GoBD-konform Unterstützung anbietet. Ebenfalls zum Einsatz kommt bereits das digitale Tax Compliance Management System (Tax CMS), das automatisierte Workflows, Echtzeit-Transparenz, schnelle Reaktionen und eine nachhaltige Compliance-Kultur ermöglicht.

Abschließend lenkte sie den Blick auf die GdW-Arbeitshilfe zur Zukunftsfähigkeit von Wohnungsunternehmen, die den Mitgliedern Orientierung gibt, sich auf geänderte Marktbedingungen einzustellen. Vorgestellt werde die Arbeitshilfe auch noch einmal ausführlich auf dem Fachforum Wohnungswirtschaft im November in Frankfurt, das in diesem Jahr bereits zum vierten Mal durchgeführt wird. Wie gewohnt gehe es dort dann auch um aktuelle Steuer-, Bilanz- und Prüfungsthemen, ergänzt durch Schwerpunkte zur Förderung und zum Gebäudemodernisierungsgesetz.

Der Abteilungsleiter und besondere Vertreter des Verbandes Oliver Schultze erörterte den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2025 des VdW südwest, der uneingeschränkt bestätigt wurde. Die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung wurde festgestellt. Schultze erläuterte darüber hinaus die Vermögens- und Kapitalstruktur sowie die Ertragslage. Harald Seipp schloss als Vorsitzender des Prüfungsausschusses die Vorträge mit einem Verweis auf die Schwerpunkte der diesjährigen Ausschusssitzungen.

Der Verbandsratsvorsitzende Uwe Menges hob hervor, dass der Verbandsrat in den vergangenen drei Jahren durchgängig über den Fortgang des Strategieprozesses informiert gewesen sei und den eingeschlagenen Weg mit voller Überzeugung mittrage. Er sei stolz auf das Erreichte und freue sich auf die nächsten Schritte, sowohl in der Interessenvertretung als auch im Bereich Prüfung und Steuern.

Menges lobte zudem das enorme Engagement der Mitgliedsunternehmen und appellierte an sie, sich weiter mit ungebremstem Engagement für das bezahlbare Wohnen einzusetzen. Mehr Wohnraum zu schaffen sei zuletzt immer schwieriger geworden, deswegen sei es umso wichtiger, einen starken Verband als Partner an der Seite der Unternehmen zu wissen. Der Verbandsratsvorsitzende schloss seine Ausführungen mit einem persönlichen Dank an die Mitglieder, den Verbandsvorstand und seine Kolleginnen und Kollegen im Verbandsrat. Er freue sich auf eine weiterhin vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit.

Die Mitglieder entlasteten Vorstand und Verbandsrat einstimmig.

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