Breite Themenpalette prägte den Verbandstag
Sicherheit, Soziologie und Sport
Auch „Out-of-the-box“-Themen rückten in Kassel in den Fokus. Zu Gast: ein Oberst, ein Sozialforscher und ein Extremradfahrer.
Da unterjährig regelmäßig auf zahlreichen Veranstaltungen, Tagungen und Seminaren die fachlich relevanten Schwerpunkte der Wohnungswirtschaft diskutiert werden, bekamen auf dem Verbandstag auch Themen eine Bühne, die im täglichen Business etwas weniger im Rampenlicht stehen.
Oberst Michael Felten, Chef des Stabes im Landeskommando Hessen, berichtete über die Bedrohungslage in Deutschland, wie Hessen militärisch aufgestellt ist und welchen Operationsplan es im Verteidigungsfall gibt. Er betonte, wie wichtig die Zusammenarbeit in der Europäischen Union und in der Nato sei, um im Ernstfall besser reagieren zu können. Mit dem russischen Angriffskrieg auf die Ukraine sei der Krieg als Mittel der Politik auch nach Europa zurückgekehrt. Davor dürfe man nicht die Augen verschließen. Es gebe keinen Grund, unmittelbar in Panik zu verfallen, aber dass die aktuelle weltpolitische Lage durch viele Entwicklungen – auch in den USA und China – Anlass zur Sorge bereite, wolle er nicht verhehlen. Besonnenes Handeln sei das Gebot der Stunde.
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Bildurheber: © Kristina Schäfer
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Einem gänzlich anderen Thema widmete sich Dr. Sebastian Bührig, Vorstand der Joanes-Stiftung. Vor rund zehn Jahren hat er ein Forschungsprojekt mit der Methode der „einmischenden Beobachtung“ bearbeitet. Dafür war er über Wochen in zwei Berliner Hochhäusern unterwegs – als Liftboy. In zahlreichen Gesprächen und Beobachtungen hat er das Zusammenleben der Menschen, deren Sozialverhalten und die damit verknüpften Herausforderungen analysiert. Vieles davon lässt sich auf die Quartiere der Mitgliedsunternehmen des VdW südwest übertragen, die sich häufig wie in den Hochhäusern multikulturell zusammensetzen und in denen alle Gesellschaftsschichten vertreten sind. Seine Erkenntnisse hat Bührig in der Studie „Grenzen des Miteinanders“ zusammengefasst.
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Sportlich wurde es dann mit Lukas Kaufmann. Der Extremradfahrer ist Weltmeister im Ultra-Cycling und berichtete authentisch und sehr anschaulich von den Strapazen seiner Rennen. Die Kernbotschaft: Wenn man es nur will, kann man (fast) alles schaffen. Seine Ausführungen zu Motivation, Teamwork, Resilienz, Bewältigung von Herausforderungen und dem Umgang mit Rückschlägen lassen sich in vielen Fällen auch auf das Wirtschaftsleben und Unternehmertum übertragen. Mit der entsprechenden Begeisterung und dem richtigen Mindset könne man tatsächlich Dinge erreichen, die für viele andere unvorstellbar erscheinen, so Kaufmann.