Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft in Rheinland-Pfalz fordert mehr Geschwindigkeit bei der Wohnraumförderung. Auch die Landesbauordnung müsse weiter reformiert werden, um mehr bezahlbare Wohnungen im Land zu ermöglichen. Über diese und weitere Themen diskutierten Vertreter von Wohnungsunternehmen sowie des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest) und des Verbands der Wohnungs- und Immobilienwirtschaft Rheinland Westfalen (VdW Rheinland Westfalen) mit Bauminister Sven Teuber und weiteren Politikern auf dem Parlamentarischen Abend der sozial orientierten Wohnungswirtschaft am
16. September in Mainz.
Dr. Axel Tausendpfund, Vorstand VdW südwest, hob hervor, dass die Erhöhung der Mittel für die Wohnraumförderung auf 350 Millionen Euro im Doppelhaushalt 2025/2026 ein richtiger Schritt war. Die Höhe des Etats sei aber nicht allein entscheidend: „Damit die Unternehmen zügig Bau- und Modernisierungsprojekte umsetzen können, benötigen sie frühzeitig Klarheit über ihre Förderanträge. Wenn sie, wie zuletzt, teilweise über anderthalb Jahre auf die Förderzusagen warten müssen, haben sie keinerlei Planungssicherheit.“ Dadurch würden sich Projekte unnötig verteuern oder kämen gar nicht zustande. Die Landesregierung müsse deswegen alle Hebel in Bewegung setzen, damit sich die Bearbeitungszeiten verkürzen.
Alexander Rychter, Verbandsdirektor des VdW Rheinland Westfalen, ging auf notwendige Reformen in der Landesbauordnung und den so genannten „Gebäudetyp E“ ein, der das Bauen günstiger machen soll, indem auf nicht sicherheitsrelevante Standards verzichtet wird: „In der vergangenen Legislaturperioden hat die Landesregierung bereits die Landesbauordnung fit für den „Gebäudetyp E“ gemacht. Hier ist jetzt der Bund gefordert. Doch auch das Land muss noch weitere Schritte in der Bauordnung gehen, um das Bauen günstiger zu machen. Andere Bundesländer sind hier weiter – beispielsweise bei der Pflicht zu Stellplätzen.“
Garant für bezahlbares Wohnen
Thomas Bauer, Vorsitzender der Arbeitsgemeinschaft rheinland-pfälzischer Wohnungsunternehmen und Vorstand der Bau AG Kaiserslautern, sagte: „Die sozial orientierte Wohnungswirtschaft ist der Garant für bezahlbares Wohnen in Rheinland-Pfalz. Mit 6,58 Euro pro Quadratmeter liegt die Nettokaltmiete unserer Unternehmen und Genossenschaften deutlich unter dem Landesdurchschnitt. Um künftig noch mehr Menschen ein Zuhause anbieten zu können, das sie sich leisten können, müssen die Rahmenbedingungen stimmen. Diese lassen sich nur im engen Austausch zwischen Politik und Praxis entwickeln. Wir setzen darauf, die vertrauensvolle Zusammenarbeit der vergangenen Jahre fortzusetzen, und bringen unsere Expertise jederzeit gerne ein.“
