
Ein neues Mehrfamilienhaus mit zwölf Wohneinheiten soll 2027/28 im Rahmen des sozialen Wohnungsbaus in der Schlesienstraße entstehen. Das Projekt der Wohnungsbaugenossenschaft Arolsen wird vom Land Hessen, vom Landkreis Waldeck-Frankenberg und der Stadt Bad Arolsen gefördert. Damit soll es möglich werden, Menschen mit kleinem Portemonnaie Wohnraum zu vergünstigten Mieten anzubieten.
Nachdem der Kreistag im November 2025 und die Stadtverordnetenversammlung im Dezember 2025 jeweils eine finanzielle Unterstützung für den Neubau des Mehrfamilienhauses beschlossen haben, ist Anfang Januar 2026 die Förderzusage vom Land Hessen über zwei Millionen Euro bei der Wohnungsbaugenossenschaft Arolsen eG eingegangen.
Erster Kreisbeigeordneter Karl-Friedrich Frese sprach von einem „tollen Erfolg“. Dies sei die erste Förderzusage für Sozialwohnungen im Landkreis seit 25 Jahren. Das sei nur durch die gemeinsame Initiative von CDU und SPD im
Kreistag möglich geworden. In Wiesbaden hätten Staatsminister Armin Schwarz (CDU) und die SPD-Landtagsabgeordnete Daniela Sommer gemeinsam die Überzeugungsarbeit im Hause von Wirtschaftsminister Kaweh Mansoori geleistet. Üblicherweise werde nämlich nur sozialer Wohnraum im Ballungsraum gefördert. Dabei gebe es im ländlichen Raum ebenfalls Bedarf, so Frese.
Der Landkreis habe auch in Korbach und Frankenberg nach Trägern für ein ähnliches Wohnbauprojekt gesucht, sei aber nur in Arolsen auf offene Ohren bei der Wohnungsbaugenossenschaft gestoßen, so Frese. Das sei ihm auch deshalb leichtgefallen, erwiderte Vorstandsvorsitzender Volker Schultze, weil die Wohnungsbaugenossenschaft Aroslen in der Schlesienstraße über ein baureifes Grundstück mit Baurecht verfüge.
Das Grundstück in der Nähe des Arobella-Bades sei stadtnah, der Herkulesmarkt könne zu Fuß erreicht werden – ideal für Senioren ohne eigenes Auto. Aber der Wohnungszuschnitt des neuen Gebäudes werde auch jungen Familien mit Kindern genug Platz bieten. Staatsminister Schwarz sprach von einem Generationen übergreifenden Wohnangebot.
Entstehen wird ein Mehrfamilienhaus mit sechs Zwei-Zimmer-Wohnungen sowie jeweils drei Drei-Zimmer-Wohnungen und Vier-Zimmer-Wohnungen. Darüber hinaus soll das Mehrfamilienhaus über das Nahwärmenetz der Stadt Bad Arolsen klimaneutral beheizt werden. Ferner ist die Installation einer Photovoltaikanlage vorgesehen. Parallel wird der Bau von Garagen unterhalb des Neubaus geprüft.
Die Wohnungsbaugenossenschaft Arolsen eG wird die Baugenehmigung im Frühjahr 2026 beantragen und die Ausschreibung der Baugewerke im Spätsommer ausführen. Im Frühjahr 2027 soll mit dem Neubau des Mehrfamilienhauses begonnen werden. Nach der derzeitigen Planung sollen die Wohnungen in dem Mehrfamilienhaus im Herbst 2028 bezogen werden.
Bürgermeister Marko Lambion bekräftigte, dass günstige Wohnungen dringend benötigt würden. Wenn das neue Mehrfamilienhaus dann auch noch die Anforderungen der Barrierefreiheit erfülle, dann sei vielen Menschen geholfen. Auf jeden Fall aber helfe der Neubau dabei, etwas Druck vom angespannten Mietmarkt zu nehmen.
Die Miete für den Neubau wird mit etwa 8,50 Euro rund 25 Prozent unter der ortsüblichen Vergleichsmiete liegen. Die Vorlage eines Wohnberechtigungsscheines ist Voraussetzung für den Einzug in den Neubau. Bewerber für die Wohnungen sollten sich im Frühjahr 2028 um einen Wohnberechtigungsschein bei der Stadt Bad Arolsen bemühen.
Es wird mit Baukosten in Höhe von 3,3 Millionen Euro gerechnet. Das Land Hessen gibt hierzu einen Baukostenzuschuss von 560.000 Euro und außerdem einen zinsreduzierten Kredit über 1,45 Millionen Euro. Die Stadt Bad Arolsen hat bereits ihre Unterstützung zugesagt und übernimmt einen Zinszuschuss von maximal drei Prozent für 240.000 Euro über 15 Jahre. Der Landkreis wird sich in gleichem Umfang beteiligen. Zusätzlich gibt die Kreisverwaltung einen Investitionskostenzuschuss von bis zu 400.000 Euro.
„Das ist gut angelegtes Geld“, kommentierte Frese und verwies auf die explodierenden „Hilfe-zur-Pflege“-Kosten im Kreishaushalt. Wenn es gelinge, älteren Menschen das selbständige Wohnen in einer barrierefreien Wohnung zu ermöglichen und so den Umzug in ein Pflegeheim zu verhindern, könne öffentliches Geld gespart und Lebensqualität länger erhalten bleiben.
Autor: Elmar Schulten
Artikel aus der Waldeckische Landeszeitung / Arolser Zeitung
