
Am 20. Mai fand bei der Baugenossenschaft 1894 Gießen eG die erste Sitzung des Jahres des Fachausschusses Genossenschaften statt. Im Fokus: Aktuelle politische Themen und Entwicklungen.
Zunächst informierte VdW-Vorstand Dr. Axel Dr. Tausendpfund über aktuelle Themen aus der Interessenvertretung des Verbandes. Dazu zählen das neue Corporate Design, das Update des Kodex der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft sowie die aktuell laufende Mieterhöhungskampagne des Verbandes. Ferner stellte Tausendpfund die für die Wohnungswirtschaft zuständigen Minister vor, die dem neuen Bundeskabinett angehören.
Novellen der Bauordnungen
Ein weiterer Schwerpunkt lag auf den Neuerungen im Bereich der Landesbauordnungen für Hessen und Rheinland-Pfalz, für die sich der VdW südwest im Vorfeld stark gemacht hatte. Die Mitglieder erhielten einen umfassenden Überblick über die aktuellen Änderungen und deren Auswirkungen auf die tägliche Arbeit in den Wohnungsunternehmen und tauschten sich ausführlich dazu aus.
Die Vorträge von Claudia Brünnler-Grötsch, Vorständin des VdW südwest, und Dr.-Ing. Sebastian-Johannes Ernst, Abteilungsleiter Klimaschutz, Technik und Digitalisierung rückten die Nachhaltigkeitsberichterstattung in den Fokus. Mit Blick auf den neuen Standard VSME (Voluntary Sustainability Standard for SMEs, also freiwillige Nachhaltigkeitsstandards für kleine und mittlere Unternehmen) wurde die Bedeutung einer transparenten und nachhaltigen Berichterstattung hervorgehoben. Die Teilnehmenden diskutierten, wie Genossenschaften den Standard VSME in ihre Berichte integrieren können, um Nachhaltigkeitsziele besser zu kommunizieren und ihre Verantwortung gegenüber Umwelt und Gesellschaft zu stärken. Es ging auch um noch bestehende Hürden. Auch VdW-Justiziar Stephan Gerwing ging zunächst auf politische Neuerungen ein, bevor sein juristisches Update folgte. Er stellte die Entlastungen und Möglichkeiten durch das Bürokratieentlastungsgesetz IV vor, wonach zwingende Schriftformerfordernisse aufgehoben wurden. Trotz bestehender Satzungsregelung, die eine Schriftform vorschreibt, ist durch Beschluss von Vorstand und Aufsichtsrat die Textform an einigen Stellen möglich. So kann z.B. die Beitrittserklärung per App erfolgen. Auch das Barrierefreiheitsstärkungsgesetz (BFSG) wurde nochmals thematisiert.
Neubesetzung der Gremien
Nachdem Vorschläge für die Neubesetzung der GdW-Gremien gewählt wurden, erfolgte der Bericht von Ulrich Tokarski aus der Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) der Wohnungsgenossenschaften. Die letzten Minuten nutzten die Teilnehmenden für weitere Diskussionen, u.a. zu den Themen digitale Schwarze Bretter und Bereitschaftsdienst.
Die Sitzung zeigte erneut, wie wichtig der Austausch untereinander ist. Die Mitglieder verabschiedeten sich mit neuen Impulsen und einem gestärkten Gemeinschaftsgefühl.
Wir freuen uns auf die nächste Zusammenkunft und auf die weitere positive Entwicklung unserer Genossenschaften.