30. April 2026

Rückblick: IW.2050-Kongress 2026 in Darmstadt – Bezahlbare Wärmewende im Fokus

Thomas Hain

Der 6. Fachkongress der Initiative Wohnen.2050, der in dieser Woche in Darmstadt stattfand, setzte ein klares Zeichen: Die bezahlbare Wärmewende bleibt eine der zentralen Herausforderungen und zugleich eine der wichtigsten Zukunftsaufgaben der Wohnungswirtschaft.

Eröffnet wurde der dreitägige Kongress von Dr. Thomas Hain, Vorstand der NHW, sowie Axel Gedaschko, Präsident des GdW. Bereits zu Beginn wurde deutlich, dass die Branche trotz regulatorischer Unsicherheiten ihren Kurs konsequent in Richtung langfristig bezahlbarer Wärme und somit Elektrifizierung fortsetzt.

Praxisnahe Lösungen und intensiver Austausch

Im Mittelpunkt der Diskussionen standen vor allem praxisnahe Ansätze zur klimaneutralen Transformation des Gebäudebestands. Dabei spielte die Frage der Finanzierbarkeit – insbesondere vor dem Hintergrund steigender Energiepreise und geopolitischer Entwicklungen – eine zentrale Rolle.

Ein besonderer Fokus lag auf:

  • Lösungen für den Gebäudebestand
  • kostengünstigem und einfachem Bauen
  • der zukünftig noch wichtigeren Überschneidung von Wohnungs- und Energiewirtschaft

Auch Vertreter des VdW südwest waren vor Ort: Neben Dr. Axel Tausendpfund nahm insbesondere die Abteilung Klimaschutz und Technik aktiv am fachlichen Austausch teil.

Impulse aus Wissenschaft und Praxis

Zu den inhaltlichen Highlights zählte die Keynote von Dr. Tim Meyer, der die Perspektive der Energiewirtschaft auf die Herausforderungen der Wohnungswirtschaft eindrucksvoll darstellte. Weitere wichtige Impulse lieferten:

  •  Dr. Tilmann Jarmer (Dr.-Ing. Architekt, Wissenschaftlicher Mitarbeiter
    TUM School of Engineering and Design, Lehrstuhl für Entwerfen und Konstruieren) und Rositsa Doneva-Kremser (Leitung Abteilung Nachhaltigkeitsstrategie Münchner Wohnen Service GmbH) mit dem Beitrag „Einfach Umbauen?“
  •  Alexander Bendzko  (Geschäftsführer Gemeinnützige Wohnungsbaugesellschaft Ingolstadt GmbH) mit dem innovativen Ansatz eines „Hauses (fast) ohne Heizung“

Diese Beiträge zeigten eindrucksvoll, wie technische Innovation und neue Denkansätze zur Lösung aktueller Herausforderungen beitragen können.

Klarer Kurs trotz politischer Diskussionen

Als zentrales Fazit des Kongresses lässt sich festhalten: Die Elektrifizierung der Wärme ist nicht nur ein nachhaltiger, sondern langfristig auch der wirtschaftlichste Weg. Trotz anhaltender Diskussionen rund um GEG und GModG bleibt die strategische Ausrichtung der Wohnungswirtschaft klar und unverändert.

Der Fokus liegt weiterhin auf:

  • langfristig wirtschaftlichen und zukunftsfähigen Lösungen
  • der Sicherstellung von Bezahlbarkeit für Mieterinnen und Mieter
  • der nachhaltigen Transformation des Bestands

Erwartungen an die Politik

Deutlich wurde auch, dass die Branche klare Erwartungen an die Politik hat. Gefordert wird:

  • ein Ende der Technologieunsicherheit zugunsten klarer Effizienzvorgaben
  • ein eindeutiges Bekenntnis zum technischen Fortschritt = Wärmepumpe als effizienteste Lösung
  • gezielte Vereinfachungen gesetzlicher Rahmenbedingungen
  • eine ausgewogene Förderkulisse mit sinnvoller Lenkungswirkung

Gleichzeitig wurde betont, dass die politische Kommunikation realistischer werden muss: Steigende Kosten bei gleichzeitig konstanten Mieten sind langfristig nicht darstellbar.

Ein umfassender Verbraucherschutz müsse zudem alle berücksichtigen – sowohl Mieter als auch selbstnutzende Eigentümer. Eine klare, parteiunabhängige Strategie zur Elektrifizierung der Wärme muss hier entscheidend zur Orientierung beitragen.

Fazit

Der IW.2050-Kongress 2026 hat einmal mehr gezeigt: Die Wohnungswirtschaft ist bereit, Verantwortung zu übernehmen und die Wärmewende aktiv zu gestalten. Entscheidend wird nun sein, dass Politik, Energiewirtschaft und die Branche weiterhin eng zusammenarbeiten, um bezahlbares Wohnen gemeinsam voranzubringen.

Kremer, Julia
Julia Kremer
Nachhaltigkeitsmanagerin

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