
Auf der Mitgliederversammlung während des Verbandstags in Kaiserslautern gaben die Vorstände des VdW südwest, Dr. Axel Tausendpfund und Claudia Brünnler-Grötsch, einen Überblick über die Schwerpunkte des zurückliegenden Verbandsjahres. Sie lobten ebenso wie der Verbandsratsvorsitzende Uwe Menges, wie engagiert die Mitgliedsunternehmen nach wie vor Verantwortung dafür übernehmen, dass immer mehr Menschen ein gutes und klimafreundliches Zuhause finden, das sie sich leisten können.
Dr. Axel Tausendpfund rückte in seinen Ausführungen zunächst die politischen Schwerpunkte der Interessenvertretung
in den Fokus. Er hob hervor, dass in die Novelle der Hessischen Bauordnung zentrale Anliegen des VdW südwest aufgenommen wurden (Baupaket I). Dazu zählen Erleichterungen bei Aufstockung und Dachgeschossausbau, Sonderregelungen im unbeplanten Innenbereich und auch Verbesserungen bei den Kfz-Stellplatzregelungen. In der Expertenkommission „Innovation im Bau“ bringe sich der Verband für weitere Verbesserungen ein, insbesondere mit Blick auf Regelungen zur Barrierefreiheit, zum Schallschutz, zu Technischen Baubestimmungen und zu kommunalen Satzungen.
Auch in Rheinland-Pfalz habe der VdW südwest intensiv an der Novelle der Bauordnung mitgewirkt. Einige Änderungen, etwa die Erleichterung der Umnutzung in Wohnraum und der Entfall der Kfz-Stellplatzpflicht bei Aufstockung oder Dachgeschossausbau seien zu begrüßen. Insgesamt nannte er die Novelle jedoch zu wenig ambitioniert. Sie bleibe hinter den Möglichkeiten zurück. Im
Bündnis für bezahlbares Wohnen und Bauen arbeite der VdW südwest nun auf weitere Verbesserungen hin.
Ein weiteres zentrales Thema sei in beiden Bundesländern nach wie vor die Wohnraumförderung, so Tausendpfund. Sowohl in Hessen als auch in Rheinland-Pfalz ständen Änderungen bevor. Der Verband habe sich intensiv für ausreichende Förder-Etats und eine gute Ausgestaltung der Programme eingesetzt. Es gebe jedoch noch Nachbesserungsbedarf. In Hessen kritisiere der Verband die geplanten Veränderungen bei den Zins- und Darlehenskonditionen. Man stehe dazu auch in engem Austausch mit dem Wirtschaftsministerium und Staatsekretärin Ines Fröhlich. In Rheinland-Pfalz hingegen begrüße der Verband die Verbesserungen
bei der Modernisierungsförderung, fordere aber eine schnellere Bearbeitung der Anträge für Neubau und Modernisierungsvorhaben, um den Unternehmen mehr Planungssicherheit zu geben.
Vorstellung der Mietenkampagne
Den dritten Schwerpunkt seines Berichts widmete Tausendpfund der Kampagne „Deine Miete. Für Dein Zuhause“, die der Verband gemeinsam mit den Mitgliedsunternehmen ins Leben gerufen hat, um eine größere Akzeptanz von notwendigen Mieterhöhungen zu erreichen. Tausendpfund lobte das Zusammenspiel mit den Unternehmen, die die acht Kampagnenmotive vielfach in ihre Kommunikation eingebunden haben. So sei es gelungen, den Botschaften eine große Reichweite zu verleihen. Er rief dazu auf, die Motive auch weiter zu nutzen, da die Inhalte auch in den kommenden Monaten nicht an Bedeutung und Relevanz verlieren.
Gemeinsam gaben die beiden Vorstände im Folgenden einen Überblick über den laufenden Strategieprozess des Verbandes. Die
Top-10-Projekte seien zum Teil schon erfolgreich abgeschlossen, andere schon weit vorangetrieben. Über allem stehe das Ziel, ein noch stärkerer Partner für die Mitgliedsunternehmen zu werden. Dafür werde das Dienstleistungsportfolio in allen Bereichen sukzessive erweitert, um den Unternehmen einen 360-Grad-Service bieten zu können.
Claudia Brünnler-Grötsch begann ihre Ausführungen mit einem Überblick über die „Corporate Sustainability Reporting Directive“ (CSRD) und erörterte, dass die finale Abstimmung des neuen Referentenentwurfs zur Nachhaltigkeitsberichterstattung noch ausstehe und erst danach die Umsetzung in deutsches Recht erfolgen solle.
Sie ging im Anschluss auf die ESG-Mindestanforderungen für Wohnungsunternehmen ein und stellte den dazu vom GdW erarbeiteten Standard vor. In diesem Kontext erläuterte sie auch die drei ESG-Kriterien der Banken, die sich auf die Themen Umwelt, Soziales und Gute Unternehmensführung fokussieren. Auch der VSME, der freiwillige EU-Standard für die Nachhaltigkeitsberichterstattung von kleinen und mittleren Unternehmen, rückte in den Blickpunkt („Von der Pflicht zur Kür“).
Ein wichtiges Thema sei auch die Novelle des Genossenschaftsrechts. Viele Aspekte begrüßte Brünnler-Grötsch, jedoch führten einzelne Änderungen zu Eingriffen in die Struktur der genossenschaftlichen Rechtsform und zu einer Gefährdung der Reputation. Dagegen werde sich der VdW südwest gemeinsam mit dem GdW nachdrücklich wehren, um diese Regelungen zu verhindern.
Brünnler-Grötsch ging auch auf die bilanzielle und steuerliche Behandlung von Klimaschutzmaßnahmen in Gebäuden ein und welche Veränderungen für die Unternehmen damit verknüpft sind. Sie verwies zudem auf das Steuerliche Investitionssofortprogramm vom Juli dieses Jahres. Ziel sei ein „Investitionsbooster“, unter anderem durch die Einführung einer degressiven AfA für bewegliche Wirtschaftsgüter des Anlagevermögens in Höhe von 30 Prozent, wenn die Investition zwischen dem
1.7.2025 und dem 1.1.2028 erfolgt. Für Elektrofahrzeuge gelte eine degressive AfA in Höhe von 75 Prozent der Anschaffungskosten
im Investitionsjahr. Zudem werde die Körperschaftssteuer ab 2028 um 1 Prozentpunkt pro Jahr bis 2032 von derzeit 15 Prozent auf 10 Prozent abgesenkt.
Neues Tool der Steuerabteilung
Abschließend verwies Brünnler-Grötsch auf das neue „Digital Tax Compliance Management System“, das die Steuerabteilung im Verband den Mitgliedern neu anbiete. Es ermögliche neben einer umfassenden Prozessdokumentation und einem klugen Risikomanagement auch automatisierte Workflows, Echtzeit-Transparenz sowie eine nachhaltige Compliance-Kultur und
stärke so das Vertrauen von Finanzbehörden und Stakeholdern.
Der Abteilungsleiter und besondere Vertreter des Verbandes Oliver Schultze erörterte den Jahresabschluss zum 31. Dezember 2024 des VdW südwest, der uneingeschränkt bestätigt wurde. Die Ordnungsmäßigkeit der Geschäftsführung wurde festgestellt. Schultze erläuterte darüber hinaus die Vermögens-, Kapital- und Ertragslage. Harald Seipp schloss als Vorsitzender des Prüfungsausschusses die Vorträge mit einem Verweis auf die Schwerpunkte der diesjährigen Ausschusssitzungen.
Verantwortung übernehmen
Der Verbandsratsvorsitzende Uwe Menges hob hervor, dass Wohnen zu den größten sozialen Fragen unserer Zeit zähle. Die Situation auf den Wohnungsmärkten sei angespannter als je zuvor – der gesellschaftliche Zusammenhalt stehe auf dem Spiel, wenn nicht alle Menschen ein bezahlbares Zuhause fänden. Er betonte, dass der VdW südwest mit seinen Mitgliedsunternehmen seit vielen Jahren Verantwortung übernehme. Dem Verband gelinge es, sich bei den wichtigen Themen in den Ministerien und Entscheidungsgremien Gehör zu verschaffen und einen wesentlichen Beitrag dazu zu leisten, dass Bauen wieder schneller, einfacher und günstiger werden könne. Der eng mit dem Verbandsrat abgestimmte Strategieprozess sorge zudem dafür, dass die Mitgliedsunternehmen noch besser unterstützt werden und in Veranstaltungen und über die Dienstleistungen passgenau auf ihre Bedarfe zugeschnittene Hilfe erhielten. Menges lobte das außerordentliche Engagement der Mitgliedsunternehmen und appellierte an sie, diesen Weg weiterzugehen. Ihre Erfahrungen, ihre Impulse, ihre Stimmen seien enorm wichtig, um mehr Menschen ein bezahlbares Zuhause zu ermöglichen. Der Verbandsratsvorsitzende schloss seine Ausführungen mit einem persönlichen Dank an die Mitglieder, den Verbandsvorstand und seine Kolleginnen und Kollegen im Verbandsrat Er freue sich auf eine auch künftig konstruktive, vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit.
Die Mitglieder entlasteten Vorstand und Verbandsrat einstimmig.






