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GdW startet europaweite Rahmenausschreibung

Serielles Sanieren soll Standard werden

Energetische Sanierungen sollen künftig schneller, planbarer, digitaler und bezahlbar umgesetzt werden können.

Wohnungswirtschaft und Bauindustrie haben Anfang September die europaweite Ausschreibung für die neue GdW-Rahmenvereinbarung „Serielles Sanieren 1.0“ gestartet. Die Rahmenvereinbarung soll Wohnungsunternehmen den Zugang zu verlässlichen, qualitativ hochwertigen und wirtschaftlich planbaren Sanierungslösungen aus einer Hand erleichtern. Entwickelt wird das Vorhaben gemeinsam von GdW, dem Hauptverband der Deutschen Bauindustrie (HDB) und der Deutschen Energie-Agentur (dena) in Zusammenarbeit mit dem Bundeswirtschafts- und dem Bundesbauministerium.

Serielles Sanieren hat das Potenzial, Abläufe und Kosten erheblich zu optimieren.

„Mit der Rahmenvereinbarung wollen wir das serielle Sanieren vom Einzelprojekt in die breite Anwendung bringen. Standardisierte Prozesse und industrielle Vorfertigung ermöglichen schnellere Abläufe, besser planbare Kosten und einen effizienteren Einsatz knapper Kapazitäten. Damit schaffen wir einen wichtigen Hebel, um den Gebäudebestand bezahlbar, klimafreundlich und in großem Maßstab zu modernisieren“, sagt Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin GdW.

„Damit schaffen wir einen wichtigen Hebel, um den Gebäudebestand bezahlbar, klimafreundlich und in großem Maßstab zu modernisieren.“
Ingeborg Esser, Hauptgeschäftsführerin GdW

Millionen Bestandsgebäude mit einem eher unzureichenden energetischen Zustand seien die Herausforderung vieler Städte und Gemeinden. Um die Klimaziele bis 2045 im Bestand zu erreichen, benötige es bautechnische Lösungen, die Geschwindigkeit, Qualität und Wirtschaftlichkeit vereinen, so Tim-Oliver Müller, Hauptgeschäftsführer HDB. Das schaffe das serielle Sanieren: Neben individuellen Einzellösungen rückten skalierbare Sanierungskonzepte für ganze Quartiere und Wohnungsportfolios zusätzlich in den Fokus. Damit entständen neue Investitionsperspektiven für Bauunternehmen, Hersteller und Planer sowie neue Wertschöpfungs- und Beschäftigungspotenziale entlang der gesamten Bau- und Zulieferkette.

Nico Gorsler, Teamleiter dena-Kompetenzzentrum Serielles Sanieren, betont, dass serielles Sanieren nicht nur in den Klimaschutz einzahle, sondern sich vom Nischensegment zum Wachstumsmotor für die deutsche Wirtschaft entwickelt habe. Bislang seien durch Serielles Sanieren rund 2 Milliarden Euro umgesetzt worden – bis 2045 könne sich das Marktvolumen auf 500 Milliarden Euro erhöhen. Als wachstumsstarker Wirtschaftszweig habe Serielles Sanieren positive Effekte auf den Arbeitsmarkt: neue Qualifikationen seien gefragt, neue Jobs entständen, so dass der Mittelstand und ganze Regionen davon profitieren könnten.

Für Wohnungsunternehmen soll die Rahmenvereinbarung:

  • den Zugang zu erprobten und skalierbaren Sanierungslösungen vereinfachen,
  • Vergabe- und Planungsprozesse strukturieren und beschleunigen sowie
  • Qualität, Kosten und Umsetzung verlässlicher planbar machen.

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