Sommerfachreise mit GdW-Präsident Axel Gedaschko
Mittel- und Nordhessen bauen klimafreundlich



Sommerfachreise Gedaschko ©Karsten Socher
GdW-Präsident Axel Gedaschko © Karsten Socher
7. Juli 2020 - Der Präsident des Wohnungsverbandes GdW kam zur Sommerreise aus Berlin, um sich spannende Wohnprojekte in Wetzlar, Gießen, Marburg und Kassel anzusehen.
 
In diesem Jahr besucht der Präsident des GdW Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen, Axel Gedaschko, Bauprojekte von Wohnungsunternehmen des Verbands der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft (VdW südwest). Gemeinsam mit dessen Vorstand Dr. Axel Tausendpfund und Geschäftsführern von Unternehmen der Region hat er am 2. und 3. Juli 2020 Wohnprojekte in Mittel- und Nordhessen besucht, die klimafreundlich gebaut wurden. Dabei ging es sowohl um Neubauten als auch um bestehende Gebäude, die energiefreundlich saniert wurden. Worauf kommt es beim energieeffizienten Neubau an? Und wie wird ein Quartier versorgt?

Sommerfachreise Gedaschko ©Karsten Socher
Dr. Axel Tausendpfund, Vorstand des VdW südwest © Karsten Socher
"Die im GdW organisierte Wohnungswirtschaft steht wie keine andere für Wohnungen zu bezahlbaren Mieten für alle Teile der Bevölkerung. Die Sommerfachreise des VdW südwest zeigt eindrucksvoll, welchen wichtigen gesellschaftlichen Beitrag die Wohnungswirtschaft in Hessen leistet. Damit Wohnen auch in Zukunft gut und sicher ist, müssen die politischen Rahmenbedingungen weiter verbessert werden. Allein für die energetischen Sanierungen von Mietwohnungen sind staatliche Zuschüsse von bis zu 14 Milliarden Euro jährlich nötig, um die Klimaziele zu erreichen. Wir brauchen daher wirkungsvolle und zielgerichtete Förderung sowie Investitionszuschüsse, damit Klimaschutz nicht auf Kosten von bezahlbarem Wohnen geht“, forderte Gedaschko während der Reise.

„Die Sommerfachreise zeigt die ganze Bandbreite der Leistungen, die unsere Wohnungsunternehmen anbieten. Ob modernste energetische Sanierung, altersgerechtes Wohnen oder attraktive Stadt- und Quartiersentwicklung. Und dies alles zu langfristig leistbaren Mieten, ohne Spekulation und Eigenbedarfskündigung. Das gibt es in dieser Form bei sonst keinem. Deswegen haben wir unsere Werte kürzlich im Kodex der Südwestdeutschen Wohnungswirtschaft niedergelegt. Er zeigt, worauf sich die Mieter bei uns verlassen können: Gutes und sicheres Wohnen sowie ein faires Mi(e)teinander! Wir freuen uns, dass auch die WWG Wetzlar dem Kodex beigetreten ist“, so Tausendpfund. 

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Übergabe des Kodex an die WWG Wetzlar © Karsten Socher
Energetische Nahversorgung für das Quartier bei der WWG Wetzlar


Den Auftakt der Sommerreise machte die WWG Wetzlar. Hier besichtigte die Delegation ein Mehrfamilienhaus, das auf städtischem Grundstück entstand. Von den 38 Wohnungen werden 35 durch das Kommunale Investitions-Programm gefördert. Sie sind zudem barrierearm und einige barrierefrei. Bei der Energieversorgung wurde auf ein effizientes Blockheizkraftwerk gesetzt.

„Auch in Wetzlar brauchen wir bezahlbare Wohnungen. Mit einer durchschnittlichen Kaltmiete von 6,80 Euro pro Quadratmeter haben wir gezeigt, dass bezahlbares Wohnen auch im Neubau möglich ist. Dies ist zu Zeiten des Baubooms und steigender Baukosten zwar kein leichtes Unterfangen, aber eben doch möglich“, sagte Harald Seipp, Geschäftsführer der WWG Wetzlar.

In Wetzlar übergab VdW südwest Vorstand Tausendpfund den Kodex an WWG-Geschäftsführer Harald Seipp sowie den Aufsichtsratsvorsitzenden und Oberbürgermeister der Stadt, Manfred Weber.

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Wohnbau Gießen nimmt Kodex entgegen © Karsten Socher
Energetische Sanierung und Neubau bei der Wohnbau Gießen

In Gießen präsentierte die Wohnbau Gießen GmbH drei Hochhäuser, die nach Passivhausstandard energetisch saniert wurden, sowie einen Neubau. Mit einem Zuschuss des „Gießener Investitionsprogramms“ war es möglich, die Mieten im Neubau bei 6,80 Euro / Quadratmeter (heutiger Stand) zu halten.

Auch die Wohnbau Gießen hat den Kodex unterzeichnet und freute sich über ihre Urkunde, die Dorothee Haberland, Geschäftsführerin der Wohnbau Gießen und Dietlind Grabe-Bolz, Oberbürgermeisterin der Stadt Gießen und Aufsichtsratsvorsitzende der Wohnbau, entgegennahmen.

"Bis 2035 will Gießen die Klimaziele erreichen. Um das hiesige, ambitionierte Wohnraumversorgungskonzept zu erfüllen, brauchen wir einen professionellen Austausch. Dazu ist ein breit aufgestelltes Netzwerk wie beim Kodex von großem Nutzen. Gemeinsam sind wir stark“, sagte Dorothee Haberland bei der Übergabe.

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Kodexübergabe an die GeWoBau Marburg © Karsten Socher
Serielle Holzbauweise und warmmietenneutrale Modernisierung in Marburg


Die GeWoBau Marburg stellte zunächst auf dem dafür erworbenen Grundstück ein Projekt für ein Wohngebäude vor, das in serieller Holzbauweise entstehen wird. Anschließend wurde die Vollmodernisierung eines Wohnhauses aus dem Jahr 1968 vorgestellt, die zu einer CO2-Einsparung von 95 Prozent führte. Die Mehrkosten für die höherwertige energetische Sanierung wurde durch einen städtischen sozialen Energiebonus (Modernisierungskostenzuschuss) aufgefangen.

Jürgen Rausch, Geschäftsführer der GeWoBau hob hervor, dass mit dem Neubauprojekt Friedrich-Ebert-Straße 1a und der Modernisierung der Sudetenstraße 40/42 zwei besondere Vorhaben der GeWoBau vorgestellt wurden. Zum ersten Mal sei in Marburg im geförderten Wohnungsbau die sogenannte serielle Bauweise zum Einsatz gekommen, mit der eine zügige Umsetzung verbunden ist. Die Hybridbauweise (Holz-und Betonkonstruktion) leiste einen Beitrag zur Nachhaltigkeit.

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Unterzeichner des Kodex: Die Vereinigten Wohnstätte 1889 eG © Karsten Socher
Altersgerechtes Wohnen und energetische Modernisierung unter denkmalschutzrechtlichen Bedingungen in bei der Vereinigte Wohnstätten 1889 eG


Als erstes besichtigte die Delegation in Kassel den Bestand der Genossenschaft in der Elfbuchen-, Katten- und Hansastraße. In diesem unter Denkmalschutz stehenden Wohnkomplex hat die Genossenschaft den Innenhof unter Beteiligung der Mieterinnen und Mieter 2015 neu gestaltet. Außerdem führt die Genossenschaft seit vier Jahren häuserweise eine energetische Modernisierung unter denkmalschutzrechtlichen Bedingungen durch.

„Den Bestand zukunftsfähig zu gestalten und dabei weiterhin bezahlbaren Wohnraum für unsere Mitglieder zu bieten, bleibt eine der größten Herausforderungen für unsere Wohnungsgenossenschaft in den nächsten Jahren“, so Britta Marquardt und Uwe Flotho, Vorstände der Vereinigten Wohnstätte 1889 eG.

Die beiden Vorstände Hessens größter Wohnungsbaugenossenschaft, Britta Marquardt und Uwe Flotho, freuten sich in Kassel über die Urkunde, die sie als Unterzeichner des Kodex erhalten.

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Präsentation des Neubaus im Felsenkeller© Karsten Socher
Vorgefertigte Raummodule im Neubau bei der Nassauischen Heimstätte | Wohnstadt in Kassel


Im Anschluss besichtigten die Teilnehmer der Sommerfachreise in Kassel das Neubauprojekt Felsenkeller. Dort errichtet die Unternehmensgruppe Nassauische Heimstätte | Wohnstadt (NHW) 71 Mietwohnungen in vier Gebäuden.

Beim Bau wird unter anderem auf Module gesetzt. Die Bäder werden mit einem hohen Vorfertigungsgrad im Werk errichtet und auf der Baustelle nur noch an die richtige Position gesetzt sowie an die Ver- und Entsorgungsleitungen angebunden. Damit kann die Bauzeit deutlich verkürzt werden.

„Für die NHW ist das Projekt in mehrfacher Hinsicht bedeutsam“, sagte Jürgen Bluhm, Leiter des Regionalcenters Kassel. „Wir erproben bei unserem Neubauprojekt im Fasanenhof erstmals in der Praxis den Einsatz von Fertigbädern. Wir versprechen uns durch die Vorfertigung eine Verkürzung der Bauzeit bei selbstverständlich gleichbleibender Qualität.

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GWH Bauprojekte Geschäftsführer präsentiert den Westendturm in Kassel © Karsten Socher
Städtebaulicher Dreiklang: Boulevard, Bürgerpark und Wohnturm


Den Abschluss der Reise machte die GWH mit einem Spaziergang durchs Quartier in Kassel, der am Westendturm, einem 13-geschossigen Gebäude mit 2- bis 4-Zimmer-Wohnungen, endete.

Mit dem Projekt hat sich die GWH zusammen mit der Stadt Kassel für den Deutschen Städtepreis 2020 beworben.

„Wir freuen uns sehr und sind auch ein bisschen stolz darauf, dass man unser Projekt Westendturm für den Deutschen Städtebaupreis 2020 berücksichtigt hat. Der Westendturm ist ein architektonisches Highlight in der Stadt Kassel und war für unseren Projektleiter Michael Zöltzer eine echte Herausforderung, die letztlich sehr gut umgesetzt wurde“, so Christian Wedler, Geschäftsführer der GWH Bauprojekte.


Berger, MatthiasIhr Ansprechpartner
Matthias Berger


Politischer Referent
Telefon: 069 97065-300
matthias.berger@vdwsuedwest.de