Jahresbericht 2020/2021
Das vergangene Jahr war erneut außergewöhnlich. Die Wohnungswirtschaft ist jedoch weiterhin gut für die kommenden Herausforderungen gerüstet.


Jahresbericht 2020/2021 neuLiebe Leserinnen und Leser,

das vergangene Jahr war vor allem geprägt durch die Corona- Pandemie. Nach einer Erholung im vergangenen Sommer wurde die Situation im Herbst kritischer. Deutschland ging ab November in einen teilweisen und dann vollständigen Lockdown, der erst im Sommer 2021 endete. Mit teils gravierenden Folgen für die Wirtschaft, die uns noch lange beschäftigen werden und deren ganzes Ausmaß heute noch nicht absehbar ist.

Die Wohnungswirtschaft scheint gut durch die Krise gekommen zu sein. Durch staatliche Unterstützungsmaßnahmen sind größere Mietausfälle ausgeblieben. Ausnahme waren hier jedoch Gewerbebestände. Auch die freiwilligen Maßnahmen zahlreicher Mitgliedsunternehmen des VdW südwest, wie Verzicht auf Mieterhöhungen, Stundungs- und Ratenvereinbarungen und anderes, haben die von der Krise betroffenen Menschen außerordentlich unterstützt.

In den letzten Wochen und Monaten zeichneten sich jedoch Auswirkungen der Corona-Krise ab, die auch die Wohnungswirtschaft betreffen. Baustoffe wurden knapp und die Preise explodierten in manchen Bereichen geradezu. In Verbindung mit schon bestehenden Kapazitätsengpässen in der Bauindustrie ist dies eine Entwicklung, die das Bauen und Wohnen weiter verteuert.

Bezahlbaren Wohnraum zu schaffen und zu erhalten sowie die Rahmenbedingungen zu verbessern, war im vergangenen Jahr das beherrschende wohnungspolitische Thema. Auch im beginnenden Bundestagswahlkampf ist es wieder zentral und trotz Urteil des Bundesverfassungsgerichts finden sich erneut Mietendeckel in den Wahlprogrammen einiger Parteien. Bei den beiden Wahlen im Verbandsgebiet, der Landtagswahl in Rheinland-Pfalz und der Kommunalwahl in Hessen, spielten solche Überlegungen keine Rolle. Der Verband engagierte sich bei beiden Wahlen intensiv interessenpolitisch.

Das zweite beherrschende Thema war und bleibt der Klimaschutz und die energetische Sanierung des Gebäudebestands. Die bereits ambitionierten Pläne, die Klimaneutralität bis 2050 zu erreichen, wurden als Reaktion auf das Urteil des Bundesverfassungsgerichts noch einmal verschärft. 2045 lautet nun das Ziel. Der Verband vernetzt sich auf vielfältiger Ebene, um die Politik dafür zu sensibilisieren, wie herausfordernd es ist, im Gebäudesektor die Klimaziele zu erreichen und wie wichtig es ist, den Wohnungsunternehmen finanziellen Spielraum für notwendige Modernisierungsmaßnahmen und Investitionen zu lassen. Parallel dazu wird ein Unterstützungsnetzwerk aufgebaut und die Prüfungsabteilung ist auf dem Weg, passgenaue Lösungen zu entwickeln, die unsere Mitglieder zur Erreichung eines klimaneutralen Gebäudebestands unterstützen und begleiten.

Auch in der Organisation des Verbandes war das vergangene Jahr eine Herausforderung. Durch den guten Stand der Digitalisierung verursachte der zweite Lockdown und damit verbundenes, digitales Arbeiten keine Schwierigkeiten. Dies zeigte sich vor allem im Bereich Prüfung und Steuern. Normalerweise von der Arbeit beim Mandanten vor Ort geprägt, stellten wir hier sehr schnell auf das mobile Arbeiten um. Dies funktionierte reibungslos, sodass den Mandanten der gleiche Service wie bisher geboten werden konnte.

Es fehlte jedoch der persönliche Austausch, dies wurde mit jeder Woche bewusster. Auch unseren Verbandstag konnten wir im vergangenen Jahr nicht wie gewohnt veranstalten, sondern mussten unsere Mitgliederversammlung und die Wahl des Verbandsrates im schriftlichen Verfahren durchführen. Umso mehr freuen wir uns über die Entwicklung der vergangenen Monate, die Zunahme persönlicher Begegnungen und auch auf unseren diesjährigen Verbandstag in Speyer, den wir als Hybridveranstaltung zumindest mit eingeschränkter Personenzahl in Präsenz und mit virtuellen Teilnehmern durchführen können. Wir wünschen uns alle, dass diese positive Entwicklung nun von Dauer ist.

Das vergangene Jahr war erneut außergewöhnlich. Die Wohnungswirtschaft ist jedoch weiterhin gut für die kommenden Herausforderungen gerüstet. Für die vertrauensvolle und erfolgreiche Zusammenarbeit mit unseren Mitgliedern, ihren Mitarbeitern und Kollegen bedanken wir uns sehr herzlich.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Axel Tausendpfund & Claudia Brünnler-Grötsch
Vorstand

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