
Verband der Südwestdeutschen
Wohnungswirtschaft e.V.
Zweiter Parlamentarischer Abend der AWI-Hessen
„Wir müssen die Menschen in den Zentren ansiedeln“
Als erstes Landesparlament hat der Hessische Landtag 2003 eine Enquête-Kommission zum demografischen Wandel eingerichtet. 2007 präsentierte die Kommission ihre Ergebnisse. Was ist seither geschehen? Ist Hessen – auch beim Wohnen – auf den demografischen Wandel eingestellt? Oder gilt nach vier Jahren „außer Spesen nichts gewesen“? Dieser Frage widmete sich am 13. April 2011 der zweite Parlamentarische Abend der Arbeitsgemeinschaft der Wohnungs- und Immobilienverbände Hessen im Hessischen Landtag.
Wohnen gehört zu den Grundbedürfnissen des Menschen, erklärte Lothar Quanz, Vizepräsident des Hessischen Landtags, gleich zu Beginn der mit rund 130 Teilnehmern, darunter viele Abgeordnete, sehr gut besuchten Veranstaltung. Quanz unterstrich damit, was Rudolf Ridinger, Verbandsdirektor des VdW südwest, gleich zu Beginn erklärt hatte: Wohnen ist ein wichtiger Resonanzboden für den demografischen Wandel. Und diese Verbindung führt in ländlichen Regionen Hessens nach den Worten von Quanz durch die Abwanderung und fehlende junge Menschen zu erheblichen Problemen wie leer stehenden Wohnungen. Allein der Werra-Meißner-Kreis habe schon jeden zehnten Einwohner verloren. Hier, sinnierte Lortz, würde ein Programm zur Förderung des Gebäuderückbaus helfen. Bei den Konsequenzen des Bevölkerungsschwunds auf dem flachen Land setzte in seinem Einführungsvortrag auch Professor Alexander Eichenlaub von der Universität Kassel an. Eichenlaub hatte die Enquête-Kommission als Sachverständiger begleitet. In ausgedünnten Regionen steigen die Betriebskosten des Wohnens, weil Einrichtungen der Infrastruktur, wie Frischwasser- und Abwasserleitungen, von weniger Menschen genutzt würden und damit weniger Menschen höhere Umlagen schultern müssten. Eichenlaubs Konsequenz: „Wir brauchen auch im Wohnbereich eine Anpassung an die alternde Gesellschaft und müssen die Menschen verstärkt in den Zentren ansiedeln“. Dabei müssten Kommunen enger zusammenarbeiten und die Politik müsse die Menschen in die Entwicklungsprozesse einbeziehen.
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