Frankfurter Mietspiegel 2014

Bildet der neue Mietspiegel den Markt tatsächlich ab?

 

Am 6. August 2014 fand in der Frankfurter Mietspiegelkommission eine abschließende Bewertung des von der Institut Wohnen und Umwelt GmbH (IWU) aus Darmstadt im Auftrag der Stadt erstellten neuen Mietspiegelmodells statt. Die Abstimmung endete mit fünf zu vier bei einer Enthaltung. Damit fand das Mietspiegelmodell keine mehrheitliche Zustimmung. Abgelehnt wurde der Mietspiegel unter anderem vom VdW südwest.

 

In Frankfurt erhitzt die Wohnungspolitik die politischen Gemüter. Dies wird an vielen Detailthemen deutlich. Im Mittelpunkt stehen dabei die Entwicklung und Bereitstellung von Baugrundstücken in der Metropole und natürlich die Mieten sowie die Möglichkeiten der Einflussnahme auf die Mietenentwicklung. In einem Punkt sind sich aber faktisch alle Politiker einig: Sie fordern eine Mietpreisbremse für die ganze Stadt, und das am besten sofort. Vor diesem Hintergrund war die anstehende Mietspiegelerstellung erheblich belastet. Hinzu kam, dass bei der letzten Mietspiegelerstellung die Einführung des Lagekriteriums Innenstadt ebenfalls zu erheblichen Kontroversen führte.

Beim neuen Mietspiegel finden nunmehr wieder Strukturveränderungen statt. So ist die Innenstadtlage als Lagekriterium regional zwar erweitert worden, gleichzeitig findet allerdings eine Differenzierung innerhalb der Innenstadt nach Qualität der Lage statt. Die Lageeinteilung wird also in eine Matrixstruktur überführt. Das macht das Instrument in der Anwendung nicht gerade einfacher. Eine weitere Strukturverschiebung erfolgt bei den Altersstrukturklassen. Hier werden nun beispielsweise Jahrgänge aus den 50er- Jahren mit den Jahrgängen aus der ersten Hälfte der 70er-Jahre zusammengefasst, weshalb diese Jahrgänge in der sogenannten Basismiettabelle keine Differenzierung mehr erfahren. Im letzten Mietspiegel erfolgte hier noch eine Differenzierung mit durchschnittlich 0,80 Euro pro Quadratmeter.

Berechnungen anhand von willkürlich gewählten Beispielen von Wohnungen von Mitgliedsunternehmen haben gezeigt, dass das neue Modell sogar dazu führt, dass bei einigen Wohnungen die im Mietspiegel ausgewiesene Miete unterhalb der bisherigen Mietspiegelwerte liegt. Nach vorsichtigen Hochrechnungen ist dies bei 20 bis 30 Prozent der Wohnungen der Fall. Dieses Ergebnis ist mit der Entwicklung des Wohnungsmarktes in Frankfurt nicht in Einklang zu bringen. Es widerspricht zudem der von vielen Politikern geforderten Einführung einer Mietpreisbremse für das gesamte Stadtgebiet. Die Mietpreisbremse soll bekanntlich hohe Mietsteigerungen verhindern. Der neue Mietspiegel bildet jedenfalls keine Grundlage für diese Forderung.

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