Integration

Mit Fußball zu mehr Integration

 

Rhein-Main-WMDas Turnier, an dem neun Mannschaften verschiedener Wohnungsbaugesellschaften aus Hessen und Rheinland Pfalz teilnahmen, war der Auftakt der bundesweit ersten Kooperation zwischen Wohnungswirtschaft und Ausländerbeiräten.

 

„Jeder hat gekämpft, leider haben wir verloren, aber es war klasse“, freute sich der 17-jährige Idriss Aslamzada aus Mainz, als die Spieler am Ende des Turniers bei Rinds- und Bratwurst und einem Schoppen zusammensaßen. Erschöpft waren sie, aber auch ganz zufrieden. Die Altherrenmannschaft der Baugenossenschaft Langen und die Jugendlichen der Nassauischen Heimstätte aus Frankfurt-Sindlingen (siehe auch Interview) nahmen die Pokale des Erst- und Zweitplatzierten von Verbandsdirektor und Schiedsrichter Dr. Rudolf Ridinger entgegen, und das altersgemischte Team des 1. FC Ausländerbeirat freute sich über den Pokal als fairste Mannschaft auf dem Platz. Der Fairnessgedanke stand bei der Fußball Wohnungs-Meisterschaft für Ridinger ohnehin ganz obenan.


Auf die Idee einer Fußball-Wohnungsmeisterschaft kam der Verbandsdirektor über den Slogan der Fußball-WM in Deutschland: „Die Welt zu Gast bei Freunden“. In den Quartieren der Wohnungsgesellschaften ist die Welt doch schon angekommen.


Von der Idee eines Fußballturniers zur Integration ließ sich auch die Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte Hessens (agah) begeistern. Doch bei der einmaligen Aktion soll es nicht bleiben. VdW südwest und agah unterzeichneten eine Woche vor dem Turnier eine Kooperationsvereinbarung mit dem Ziel, gemeinsam Integrationsprojekte auf Quartiersebene anzustoßen und bekannt zu machen. Ulrike Foraci, Geschäftsführerin der agah ist von dem Konzept überzeugt: „Wenn die Identifikation sich nicht mehr an der Nationalität, sondern am Wohnhaus oder Wohnblock festmacht, dann ist das die halbe Integration“.


Begeistert von dem ersten gemeinsamen Projekt waren auch die Spieler der Mannschaften von der Nassauischen Heimstätte aus Frankfurt-Sindlingen und Frankfurt-Zeilsheim, von der Wohnbau Mainz und der Gewobau in Rüsselsheim. Franz Hartmann, 45, aus Langen stellte zufrieden fest: „Ein schönes Turnier, egal, woher die Spieler kommen“. Dogan Köcksal, 16, aus Zeilsheim ergänzte: „Gut, dass so was für die Integration der Ausländer gemacht wird“. Serdar Kopan, 18, aus Mainz: „Das war schön. Ich hoffe, es wird wiederholt.“
Die Chancen für eine Wiederholung stehen nicht schlecht. Ulrike Foraci könnte sich künftig regelmäßige Fußballspiele zwischen verschiedenen Häuserblocks eines Viertels bis hin zu einer regelmäßigen Hessenmeisterschaft vorstellen. Auch für VdW-Vorstand Ridinger ist das Fußballturnier lediglich der Auftakt für weitere gemeinsame Aktivitäten mit der Arbeitsgemeinschaft der Ausländerbeiräte in Hessen.


So planen die Verbände durch weitere Aktivitäten vor allem Kinder und Jugendliche in einen intensiveren transkulturellen Austausch in den Wohnquartieren einzubinden. Zudem sollen positive Beispiele für gute Integration über die jeweiligen Quartiere und Viertel hinaus bekannt gemacht werden. Mit der ersten Fußball-Wohnungsmeisterschaft, so die einhellige Auffassung aller Beteiligten, wurde dafür ein guter Anfang gemacht.

 

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