AWI-Hessen präsentiert Konjunkturbericht

awiWohnungsmärkte am Wendepunkt?

Obwohl der Zustrom in die Zentren und Studentenstädte in Hessen weiterhin anhält und der wachsende Strom von Flüchtlingen den Druck auf die Ballungsräume verstärkt, geht die Zahl der Baugenehmigungen zurück. Grund dafür: Der Wohnungsbau wird immer unattraktiver, schlussfolgerten die Repräsentanten der Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Wohnungs- und Immobilienverbände (AWI-Hessen). Am 9. Juni 2015 präsentierten und diskutierten sie in der Frankfurter Villa Bonn vor einem interessierten Publikum und zahlreichen Journalisten den AWI-Konjunkturbericht 2015. Der Bericht, der bereits im siebten Jahr erschienen ist, gibt einen Einblick in die Wohnungsmärkte und aktuelle strukturelle Herausforderungen.

Kostentreiber im Wohnungsbau seien, so die Verbandsvertreter, nicht nur knappes und damit teures Bauland, sondern vor allem die immer schneller und heftiger angezogene Regulierungsschraube in Deutschland, an der vor allem die Politik, aber auch die Verantwortlichen für Richtlinien und Normen drehten. Die bauwirtschaftlichen Rahmenbedingungen müssten umgehend verbessert werden, war die einhellige Forderung.

Seit 2009 seien die Zahlen der Baugenehmigungen in jedem Jahr gestiegen, mit Raten von bis zu 30 Prozent. 2014 seien sie im Neubaubereich dagegen erstmals wieder zurückgegangen. Für Dr. Rudolf Ridinger, Vorstand des VdW südwest, eine äußert beunruhigende Entwicklung. Und sie scheint sich 2015 noch zu verstärken: Im ersten Quartal lagen die Zahlen bei Wohngebäuden um zehn Prozent, bei Wohnungen insgesamt sogar um 16 Prozent niedriger als im Vorjahr. „Angesichts dieser Zahlen müssen wir für das laufende Jahr mit einem Rückgang von bis zu zehn Prozent bei den Baugenehmigungen rechnen“, so Ridinger.

Gleichzeitig steige die Nachfrage weiter, was sich unter anderem in höheren Preisen für Eigenheime und Bauland sowie in sinkenden Leerstandsquoten niederschlage. „Vor allem in den wachsenden Städten wie Frankfurt und Wiesbaden beobachten wir steigende Kaufpreise bei Grundstücken, Häusern und Wohnungen“, sagte Thorsten Stock, stellvertretender Vorsitzender des IVD Verband der Immobilienberater, Makler, Verwalter und Sachverständigen Region Mitte. Gleichzeitig stünden immer weniger Wohnungen leer. „Die Reserven sind fast aufgebraucht“, so Stock.

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