AWI-Hessen präsentiert aktuellen Konjunkturbericht

Wohnungsbau in Hessen humpelt hinterher

 

Mehr Mut von der Politik für flexible Baustandards, weniger bautechnische Vorgaben und schnellere Bau­ge­neh­mi­gungen – mit klaren Forderungen trat die Arbeitsgemeinschaft der Hessischen Wohnungs- und Immobilienverbände (AWI-Hessen) anlässlich der Prä­sen­ta­tion ihres jährlichen Kon­junk­tur­be­richtes an Politik und Kommunen heran. Die 8. Auf­lage des Reports wurde am 29. Juni 2016 in der Villa Bonn in Frankfurt vor­ge­stellt. Der Brexit könnte die Not auf dem Wohnungsmarkt zudem weiter verschärfen.

 

AWI„Der Wohnungsbau in Hessen kommt nicht richtig in Fahrt. Die Analyse der wohnungswirtschaftlichen Kon­junktur­daten von 2015 gibt uns Anlass zur Sorge“, erklärte der Sprecher der AWI-Hessen, Gerald Lipka vom BFW Landesverband Freier Immobilien- und Wohnungsunternehmen Hessen / Rheinland-Pfalz / Saarland. Gerade die verschärfte Ener­gie­ein­spar­ver­ordnung (EnEV) führe zu deutlich steigenden Bau­prei­sen. Vie­ler­orts fehlten zudem schlicht und einfach Flächen, ohne die der Bau neuer Wohnungen nicht möglich sei. Die Kommunen müssten sich stärker ihrer Ver­ant­wor­tung stellen. „Die Menschen strömen nach wie vor haupt­säch­lich in die Ballungsregionen. Hier muss dringend mehr Wohnraum geschaffen werden. Die Schere zwi­schen Angebot und Nachfrage wird sonst von Jahr zu Jahr größer“, ergänzte der AWI-Sprecher.

 

Bis 2040 fehlen in Hessen insgesamt 517.000 Wohnungen. Das zeigt die „Woh­nungs­be­darfs­prog­nose für die hessischen Landkreise und kreisfreien Städte“ des Instituts Wohnen und Umwelt (IWU) aus Darmstadt im Auftrag des Hessischen Ministeriums für Umwelt, Klimaschutz, Landwirtschaft und Verbraucherschutz von Mai 2016. Der größte Bedarf an neuem Wohnraum entsteht demnach in der ersten Periode bis 2020. Rund 37.000 Wohnungen müssten jährlich ent­ste­hen, um den Bedarf zu befriedigen. „Dazu müssen wir die Bau­tätig­keit in den nächsten vier Jahren verdoppeln“, so Lipka. Er forderte die Kommunen auf, mehr Flächen als Bauland auszuweisen und eine dichtere Bebauung zuzulassen, denn „Wohnbauförderung durch die Politik ist auch Wirtschaftsförderung.“ Im vergangenen Jahr habe die Bauwirtschaft 54 Milliarden Euro umgesetzt und dabei über sieben Milliarden Euro Steuern gezahlt.

 

weiter im Online-Magazin VdWaktuell 07-08-2016