
Verband der Südwestdeutschen
Wohnungswirtschaft e.V.
Die Arbeitsgemeinschaft der Wohnungs- und Immobilienverbände in Hessen
Ersten gemeinsamen Konjunkturbericht vorgelegt
Die Arbeitsgemeinschaft der Wohnungs- und Immobilienverbände in Hessen (AWI-Hessen) hat erstmalig einen gemeinsamen Konjunkturbericht vorgelegt. Der Bericht fasst wichtige Basisdaten und Branchentrends für Hessen zusammen und betrachtet auch die Entwicklung der im VdW südwest, BFW, Haus & Grund, IVD und VDIVH organisierten Mitglieder. Danach bewegten sich der deutsche wie der hessische Wohnungsmarkt 2008 auf niedrigem Niveau. Die Investitionsfähigkeit wurde zudem insbesondere durch hohe Material- und Energiekosten eingeschränkt. Besonders Dämmarbeiten, aber auch Gas-, Wasser- und Abwasserinstallationsanlagen schlugen hier zu Buche.
Freier Fall der Baugenehmigungen
Die Zahl der Genehmigungen für Wohnungsneubauten ging seit 2007 bundes- und hessenweit deutlich zurück. Wurden 2006 noch 15.091 Wohnungen erstellt, waren es 2007 nach Angaben des Statistischen Landesamts mit 12.677 Wohneinheiten (WE) knapp 16 Prozent weniger. 2008 wurde mit 10.463 fertig gestellten Wohnungen diese Zahl um nochmals 17,5 Prozent unterschritten und liegt damit knapp fünf Prozent unter dem Bundesdurchschnitt. Für 2009 ist aufgrund der negativen Rahmenbedingungen auch weiterhin mit einer Bautätigkeit auf sehr niedrigem Niveau zu rechnen. Im Bereich der gewerblichen Wohnungswirtschaft gab es nach einem Absinken des Wohnungsneubaus 2008 mit 610 WE wieder ein Plus von elf Prozent.
Dominanz der Bestandsinvestitionen bei der gewerblichen Wohnungswirtschaft
Die Investitionen in den Neubau nahmen in der gewerblichen Wohnungswirtschaft Hessens bis ins Jahr 2007 stetig ab. Im Jahr 2008 stiegen die Investitionen wiederum auf 133,8 Millionen Euro an, und damit nominal um 54,7 Prozent. Allerdings handelt es sich um einen Anstieg auf niedrigem Niveau. Die Bestandsinvestitionen stiegen 2008 leicht um 4,9 Prozent auf 408,4 Millionen Euro. Die Gesamtinvestitionen kletterten von 407,1 Millionen Euro im Jahr 2005 bis 2008 um knapp 33 Prozent. Die bestandsbezogenen Bauleistungen, wie Sanierung, Instandhaltung und Modernisierung vorhandener Gebäude und Wohnungen, wachsen kontinuierlich. Die Wohnungsunternehmen in Hessen investierten 2008 rund 75 Prozent ihrer Gesamtausgaben im Bestand. Grund für die gleichbleibend hohen Bestandsinvestitionen sind die Anstrengungen im Bereich der energetischen Modernisierung.
Mieten haben sich erhöht
Die Nettokaltmieten sind in den vergangenen Jahren in Deutschland geringer gestiegen als die Verbraucherpreise insgesamt. Sie stiegen 2008 um lediglich 1,2 Prozent, während im gleichen Zeitraum die Lebenshaltungskosten um 2,6 Prozent gestiegen sind. Bei den Wohnungsunternehmen in Hessen stieg hingegen die durchschnittliche Nettokaltmiete 2008 um 3,6 Prozent auf jetzt 5,15 Euro/m². Die Preissteigerungsrate betrug 2,8 Prozent. Ursache für diesen Anstieg ist die zur Finanzierung des stark gestiegenen Modernisierungsvolumens notwendige, anteilige Umlage dieser Kosten auf die Miete.
